Loslassen bedeutet Freiheit?

„Du musst loslassen.“ Kommt Ihnen dieser Ratschlag bekannt vor? Mit Sicherheit, denn wir hören ihn oft, wenn auch vielleicht in anderer Formulierung. „Du musst nach Vorne schauen.“ Oder „Du musst vergessen was war.“ „Loslassen“, überall hört und liest man heute zu Tage darüber, aber was heißt das eigentlich?

Jeder von uns wünscht sich manchmal Zauberkräfte, um bestimmte Geschehnisse und Erfahrungen im Leben einfach verschwinden zu lassen. Sei es eine gescheiterte Liebe, eine berufliche Niederlage oder einen schmerzlichen Verlust. Manche Erinnerungen bleiben einfach im Gedächtnis haften und beeinflussen uns auch noch viel später in unserem Leben. Wie gerne wären wir davon befreit – oder nicht?

Tatsache ist, dass uns jede Erfahrung – ob positiv oder negativ – freudig oder schmerzhaft, weiterbringt und zu dem Menschen macht der wir heute sind. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, das Loslassen nicht gleichbedeutend ist mit vergessen.

Loslassen kann bedeuten zu akzeptieren, auch wenn diese Akzeptanz Zeit und Geduld benötigt. Verletzung und Scheitern anzunehmen ist eine Herausforderung. Wir Menschen sind darauf bedacht negative Emotionen zu vermeiden und diese eher abzuwehren, wenn sie doch eintreten. Alle und jeder ist verantwortlich „dafür“ nur nicht wir selbst. Wut, Trauer, Enttäuschung sind berechtigte Gefühle, die wir zulassen sollen, aber beim Loslassen sind sie nicht hilfreich. Aber Loslassen hat auch kein Verfallsdatum, deshalb sollte man diesem Prozess auch die Zeit einräumen, die er braucht. Wichtig ist jedoch, dass man diesen Prozess zu ende führen. Denn belastende Dinge, Erfahrungen, Personen können dazu führen, dass die Belastungen zu groß werden und uns unsere Ziele versperren und somit ein glückliches Leben.

Wie aber „geht“ Loslassen?

Nun, wir alle wissen, dass es Dinge, Gedanken und Beziehungen gibt, die uns nicht gut tun und von denen wir uns distanzieren sollten. Und doch haben wir oft Ausreden gerade das nicht zu tun. Reflektieren Sie und erkennen Sie Ihre Ausreden. Sie sind es die Sie davon abhalten wichtige Schritte zu gehen.

„Was wäre wenn…“, „Wenn ich damals…“ usw. Verzichten Sie auf diese Gedankenspiele, denn Sie bringen Sie nicht vorwärts sondern halten Sie in der Vergangenheit fest. Besinnen Sie sich auf das was tatsächlich war und richten Sie Ihren Blick und Ihren Fokus nach vorne.

Gestehen Sie sich Gefühle wie Trauer und auch Wut, zum Beispiel bei dem Verlust eines lieben Menschen oder des Arbeitsplatzes, zu. Aber versinken Sie nicht darin. Profitieren Sie von den Erfahrungen anderer, die mit ähnlichen Situationen konfrontiert waren und daraus glücklich und erfolgreich herausgekommen sind.

Und ganz wichtig: Loslassen bedeutet nicht aufgeben. Oft haben wir das Gefühl ein Versagen einzugestehen, aber tatsächlich schadet man sich mehr, wenn man an etwas „Schlechtem festhält“ anstatt die Größe zu haben, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Loslassen ist ein schwieriger und auch schmerzlicher Prozess, deshalb ist es wichtig sich bewusst zu machen was am Ende dabei herauskommt.

Schreiben sie konkret auf, was passieren könnte, wenn Sie etwas Bestimmtes loslassen. Welcher Nutzen entsteht und welcher Schaden? Und umgekehrt, was bringt es daran festzuhalten? Dabei ist Ehrlichkeit ganz wichtig, um am Ende Klarheit zu haben. Loslassen oder eben nicht …

Ein Coaching kann hier unterstützen diese Klarheit zu finden, denn der Coach versteht es die richtigen Fragen zu stellen und somit einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen und eingefahrene Muster und Gedanken zu bestimmen und aufzubrechen.

Ich unterstütze Sie gerne dabei. Denn letztlich bedeutet Loslassen tatsächlich Freiheit. Freiheit sich auf neue Ziele, Beziehungen und Erfahrungen einzulassen.