Gefangen im Tunnel?

Kennen Sie das? Sie sind so in Ihrer eigenen Welt gefangen, dass Sie kaum noch mitbekommen, was um Sie herum passiert? Gerade Im Arbeitsleben ist dieses Phänomen weit verbreitet und führt auch regelmäßig zu Fehlern, die von außen betrachtet kaum nachvollziehbar sind. Im Coaching nennen wird das „verengte Wahrnehmung“. Wir verlieren uns in Details, bekommen kaum noch mit, was um uns herum geschieht, nehmen wichtige Informationen vielleicht gar nicht mehr wahr und verrennen uns immer weiter. Bildlich gesprochen tragen wir die viel zitierten „Scheuklappen“.

Im beruflichen Kontext findet sich der Tunnelblick oft bei sehr komplexen Projekten oder Aufträgen, wo es wichtig wäre viele Perspektiven und Informationen zu einem Gesamtergebnis zusammenzufügen und den Überblick zu behalten. Stattdessen werden jedoch einzelnen Probleme und Unwichtiges bearbeitet.

Stress ist häufig die Ursache für einen Tunnelblick. Wenn Aufgaben und Unterlagen sich auf dem Schreibtisch stapeln und immer neue Anliegen durch das Team oder Vorgesetzte an einen herangetragen werden, führt das zur innerlichen Abschottung als Schutzreaktion. Bei zunehmendem Stress droht dabei letztlich die Überforderung. Um dem entgegenzuwirken widmen wir uns als Schutz nur noch bestimmten Themen über die wir die vermeintliche Kontrolle haben.

Ein Tunnelblick kann aber auch entstehen, wenn Energie fehlt, körperlich oder mental. Dies führt auch dazu, dass Themen ausgeblendet werden. Und ein weiterer großer Faktor ist mangelnde Organisation. Wenn es keine Struktur in der Arbeit und dem eigenen Zeitmanagement gibt, keine Prioritäten gesetzt werden, bleibt irgendwann nichts anderes übrig als sich nur auf eine Sache zu konzentrieren.

Die größte Gefahr bei einem Tunnelblick sind vermeidbare Fehler. Wenn die Wahrnehmung eingeschränkt ist und wir nicht mitbekommen, was um uns herum passiert, entgehen uns möglicherweise neue Informationen die für die Erledigung unserer Aufgaben oder Erreichung unserer Ziele benötigt werden. Ein weiteres Problem kann sein, dass wir durch unsere Scheuklappen offensichtliche Lösungen zu einem Problem schlichtweg übersehen und für Stunden an einem Problem festhängen, dass eigentlich keine Herausforderung sein müsste. Dies tritt besonders dann auf, wenn wir die Meinungen und Ansichten unserer Kollegen oder anderer Beteiligter komplett ignorieren und nur noch unsere eigene Perspektive betrachten und für richtig halten.

Wie aber überwindet man einen Tunnelblick? Hier ein paar Tipps für Sie:

Es sollte immer zunächst die Ursache angegangen werden, meistens Stress. Reduzieren Sie die Arbeitslast oder teilen Sie diese neu auf. Aber arbeiten Sie auch an einem guten Selbstmanagement. Was sind Zeitfresser? Hier ist Ehrlichkeit sehr wichtig und sich damit auseinanderzusetzen, welche Ablenkungen durch eMails und Smartphones generiert werden.

Versuchen Sie auch einen Perspektivenwechsel. Mit einem Tunnelblick schränken Sie sich selbst ein und ignorieren Punkte die für andere offensichtlich sind. Justieren Sie Ihre Wahrnehmung. Das gelingt, indem wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf anderes richten: Gehen Sie spazieren, beobachten Sie Ihre Umgebung, verüben Sie wieder mehr Freizeitaktivitäten bei denen Sie den Kopf freibekommen.

Ganz wichtig ist, sich nicht nur auf Probleme zu konzentrieren, sondern sich stattdessen mit Bewältigungsstrategien zu befassen!

Und zuletzt, sorgen Sie für genügend Schlaf und ausreichend Erholung.

Vielleicht denken Sie, dass dies alles leicht gesagt ist, aber in der Umsetzung schwierig. Hier müssen Sie Selbstverantwortung übernehmen. Bitten Sie um Unterstützung, bei Vorgesetzten, Kollegen oder auch im Freundes und Familienkreis. Offene Kommunikation ist hier gefragt und, keine Angst, dies wird nicht als Schwäche ausgelegt.

Gerade in der Arbeitswelt liegt der Fokus immer noch auf Ergebnissen. Wenn ein Coaching, ein Zeitmanagementseminar oder auch ein Achtsamkeitstraining dazu führen, dass Sie wieder konzentriert und motiviert arbeiten können, wird ein Arbeitgeber dankbar sein, wenn Sie um Unterstützung bitten. Genauso wie Ihre Angehörigen dankbar sein werden, wenn sie verstehen, weshalb Sie sich vielleicht zurückgezogen haben oder gereizt waren oder sind.

Versuchen Sie es! Gerne Unterstütze ich Sie dabei, Ihr Leben wieder auf den Punkt zu bringen.