Rollen einer Führungskraft Wie werde ich ihnen gerecht?

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens Rollen übernommen. Wir sind Mutter, Vater, Lebensgefährte, Ehemann/-frau, Bruder, Schwester, Freund, Angestellter oder auch Führungskraft. Und auch als Führungskraft füllen wir nicht nur eine Rolle aus. Die Rollen einer Führungskraft und die damit verbundene Verantwortung aber auch die Anforderungen sind vielfältig und auch nicht immer klar. Die Abbildung zeigt verschiedene Rollen einer Führungskraft auf. Diese werden an Führungskräfte herangetragen sowohl von der Organisation als auch den Mitarbeitern aber oft auch durch sich selbst. Denn jeder hat Vorstellungen und auch Ansprüche die erfüllt werden wollen.

Sehen wir uns die genannten Rollen an wird schnell klar, dass es unmöglich ist jeder dieser Rollen immer und gleichwertig gerecht zu werden. Wie soll das auch gehen? Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, Dinge die leichtfallen aber auch Aufgaben die einem nicht wirklich gut liegen. Trotzdem bleibt die Erwartungshaltung von anderen als auch einem selbst gleich hoch. Der Glaube ist da als gute Führungskraft auch allen Anforderungen, die an einen gestellt werden, gerecht werden zu müssen. Dies ist allerdings ein unmögliches Unterfangen und es ist wichtig sich dessen klar zu sein. Um sich nicht unter Dauerstress zu setzen und im schlimmsten Fall sogar in ein Burnout zu kommen, sollte man sich seine einzelnen Rollen im Detail ansehen und evaluieren welche Rollen man ausfüllt und zu welchem Grad bzw. welche Rollen man gegebenenfalls ablegen oder nicht in gleicher Intensität ausfüllen möchte. Gute Führung setzt in erster Linie Interesse und Authentizität voraus. Wer einer Rolle gerecht werden möchte, die einem einfach nicht liegt, läuft Gefahr seine Authentizität aufzugeben und diese Rolle auch nicht mit wirklichem Interesse auszuüben. Man kann daran Arbeiten sein Rollenprofil zu schärfen, zu erweitern und zu optimieren. Dies setzt aber die Auseinandersetzung mit den einzelnen Rollen voraus. Auch hier kann man wunderbar die sogenannte Desidentifikationsübung nach Roberto Assagioli anwenden, mit leichten Abwandlungen:

  1.  Schreiben Sie Ihre Rollen als Führungskraft auf Zettel: Unternehmer, Coach, Vorgesetzter, Mitarbeiter etc.
  2. Legen Sie diese Rollen um sich herum auf. Erzählen Sie zu jeder Rolle was Sie darunter verstehen, wo Sie sich dahingehend sehen und auch was Sie denken wie Ihre Mitarbeiter/Vorgesetzten Sie sehen.
  3. Nun beginnen Sie mit der aus Ihrer Sicht am wenigsten wichtigen Rolle oder aber der Rolle die Ihnen am wenigsten entspricht, diese abzulegen, heißt so zu tun als ob es die Rolle ab sofort nicht mehr in Ihrem Leben gibt. Entfernen Sie also das Blatt Papier. Dabei ist es wichtig auch zu imaginieren wie es ist ohne diese Rolle zu sein.
  4. Nun ist es wichtig sich Fragen zu stellen – während einem Coaching übernimmt der Coach diese Aufgabe – wie Sie sich und Ihre Einstellung und auch Ihre Gefühle verändern, wenn es diese Rolle nicht mehr gibt. Was sind Konsequenzen, heißt, welche Beziehungen, Handlungen usw. fallen weg und was wird stattdessen neu in Ihrem Verhalten und Ansehen als Führungskraft.
  5. Nachdem Sie sich viele Fragen zu der jeweiligen Rolle gestellt und auch beantwortet haben wird die nächste Rolle entfernt usw. bis alle Rollen gestrichen sind und Sie immer mehr bei sich selbst als Führungskraft ankommen. Wer sind SIE als Führungskraft ohne alle diese Rollen und wie fühlt es sich an? Welche Rollen fehlen Ihnen und bei welchen Rollen fühlen Sie Erleichterung diese nicht mehr ausfüllen zu müssen?

Die gewonnenen Erkenntnisse können einen guten Blick darauf geben, wie Sie Führung verstehen, wo Ihre Stärken sind aber auch wo Sie sich verbessern können/sollten, um Ihr Umfeld besser zu verstehen/zu reflektieren aber auch, um sich Ihre Authentizität zu bewahren.

6. Zuletzt legen Sie die einzelnen Rollen wieder hin. Hat sich etwas verändert? Wollen Sie etwas anders machen?

Diese Übung gemeinsam mit einem Coach zu erarbeiten führt möglicherweise zu einem besseren Ergebnis, da ein Coach andere Fragen stellt oder auch Fragen und Perspektiven eröffnet, die man selbst nicht stellen würde oder aber meidet. Doch diese Übung einmal für sich selbst durchzuspielen ist ein guter Ansatz sich mehr Klarheit zu verschaffen. Versuchen Sie es! Und wenn Sie hierbei Unterstützung wünschen, melden Sie sich gerne.