Herbstblues vs. Herbstswing

Nun beginnt sie wieder, die dunkle Jahreszeit. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Insgesamt sieht alles farbloser aus und auch die ungemütlichen Tage häufen sich, an denen einem nasskalte Temperaturen in die Knochen zu kriechen scheinen. Die Lust nach Draußen zu gehen schwindet und somit werden auch persönliche soziale Kontakte weniger. Man igelt sich wieder im Haus oder der Wohnung ein und grübelt über das Leben, Beziehungen und auch die Vergänglichkeit. Nicht umsonst zeigen Statistiken, dass sich gerade in den Herbst- und Wintermonaten Depressionen häufen. Aber muss das so sein? Kann man nicht etwas tun, um fröhlicher durch diese Zeit zu kommen? Ich spreche hier selbstverständlich nicht von stark depressiven Menschen, die sich unbedingt professionelle Hilfen holen müssen, sondern von dem Gros der Menschen, denen die dunkle Jahreszeit das Leben und die Leichtigkeit schwermacht. Für die gibt es Möglichkeiten diese Zeit durch einen Perspektiv- und Verhaltenswechsel heller zu gestalten. Hier ein paar „Erste Hilfe Tipps“ zum Ausprobieren:

 

  • Schenken Sie sich nach dem Aufstehen ein Lächeln im Badezimmerspiegel. Auch wenn Ihnen eigentlich nicht danach ist, wird es sofort die Stimmung heben. Wir tricksen unser Gehirn aus, indem wir Fröhlichkeit simulieren. Gleiches gilt im Übrigen auch wenn Sie anderen ein Lächeln schenken, selbst wenn es vielleicht nicht erwidert wird, Sie werden sich besser fühlen. Ihr Gegenüber übrigens auch.
  • Greifen Sie zumindest zu einem farbigen Kleidungsstück, auch wenn es vielleicht nur die Socken oder auch nur die Unterwäsche ist, je nachdem was Ihre Arbeitskleidung erlaubt. Allein das Wissen über einen bunten Farbklecks in der Kleiderwahl macht tatsächlich fröhlicher.
  • Sollte es regnen und zudem noch ungemütlich winden, wecken Sie das Kind in sich und lachen Sie auch diesem Wetter fröhlich zu. Es lässt sich nicht ändern, also nehmen Sie es an, anstatt zu lamentieren!


Ja, wahrscheinlich haben Sie es schon oft in Ratgebern gelesen oder im TV/Radio von Psychologen und Coaches gehört, aber es stimmt wirklich, dass unsere innere Haltung zu einer Situation deren Einfluss auf uns und auch deren Ausgang steuern kann - im positiven oder negativen Sinn.

  • Gehen Sie an die frische Luft auch wenn es nur 10 Minuten sind. Hinter den Wolken steht die Sonne und hat einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden.
  • Nehmen Sie Veränderungen in der Natur bewusst war. Denn Veränderungen gibt es täglich zu sehen. Ich als Hundebesitzerin bin täglich mehrmals Draußen unterwegs, bei Wind und Wetter, und ich entdecke immer etwas, das mich zum Lächeln bringt. Sogar im tiefsten Winter finden sich tatsächlich hier und da bunte Farbkleckse in all dem Grau und Braun.
  • Genießen Sie Ihr zu Hause. Machen Sie es sich schön. Die Skandinavier sind hierin wahre Meister, aber wir müssen deshalb nicht alle in schwedischen Möbelhäusern einkaufen, um es uns nett zu machen. Eine gemütliche Decke mit einem spannenden Buch und ein paar Süßigkeiten, oder auch ein Actionfilm, ein Computerspiel und etwas Herzhaftes können wunderbar sein, wenn Draußen der Wind um das Haus pfeift. Was auch immer Sie entspannt, tun Sie es. Wichtig: Nicht gleich das ganze Haus abdunkeln, denn sonst merken Sie ja gar nicht wie gemütlich Sie es drinnen haben.
  • Nehmen Sie sich einmal am Tag zumindest drei Minuten Zeit, um sich an positive Eindrücke und/oder Erlebnisse zu erinnern. Dies können auch Erlebnisse in der weiteren Vergangenheit oder Zukunft sein. Aber auch scheinbar unbedeutende Alltagssituationen. Durch das bewusste Erinnern an Positives tricksen wir unser Gehirn aus. Dieses erinnert sich lieber an Negatives - selektive Wahrnehmung - da bei negativen oder nachteiligen Ereignisse eine Reaktion von uns verlangt wird, mit dem Ziel, dass wir uns ihnen stellen und sie lösen. Positive Ereignisse benötigen keine Reaktion, da sie unser „Überleben“ nicht in Gefahr bringen und sind insofern für unser Gehirn als unwichtig eingestuft. Also los, lassen Sie sich von diesem Überbleibsel der Steinzeit nicht die Laune vermiesen!
  • Versuchen Sie einmal etwas Neues - Diversifizierung. Sei es ein neues Rezept, ein neuer Weg, eine neue Sportart oder eine neue oder altbekannte Aktivität. Wie wäre es mit einem Puzzle oder auch einem Lego-Bausatz. Als Kind haben Sie sich bestimmt bei schlechtem Wetter auch drinnen die Zeit vertrieben. Ich selbst habe zum Beispiel das „Malen nach Zahlen“ nach Jahren wieder für mich entdeckt und das gute alte Malbuch. Und, was war Ihr Zeitvertreib bei schlechtem Wetter in Kindertagen?
  • Gehen Sie unter Leute. Auch wenn Sie zunächst keine Lust haben „bei dem Wetter vor die Tür zu gehen“. Überwinden Sie den inneren Schweinehund und Sie werden feststellen, dass Sie am Ende Spaß haben werden. Auch wenn Sie sich mit dem Freund oder der Freundin nur über das schlechte Wetter aufregen, Sie tun es in Gesellschaft :)


Ich wünsche Ihnen Spaß bei der Umsetzung des einen oder anderen Tipps oder auch bei Ihren eigenen Ideen zu dem Thema. Sollten Sie jedoch Unterstützung brauchen, um Ihrem Leben eine positivere Perspektive zu geben, melden Sie sich!